Das Baby bekommt Hunger und fängt an zu schreien. Ausgerechnet immer dann, wenn es keine Möglichkeit gibt den Brei zu erwärmen. Hektisch und verzweifelt such man dann nach einer Mikrowelle für den selbstgekochten Brei oder das Gläschen. Dabei wäre es so simpel: Den Babybrei vorher erhitzen und warmhalten.

Insbesondere zu Beginn der Nahrungsumstellung sollten regelmäßige Essenzeiten eingehalten werden. Ist man mit den Kleinen unterwegs, gestaltet sich dies häufig als eine kleine Herausforderung. Wann, wie und worin die Nahrung am besten warmgehalten wird, lest ihr hier.

Wann sollte ich Babybrei warmhalten?

Unterwegs ist das Erwärmen der Babynahrung nur mit erheblichem Aufwand möglich. In den häufigsten fällen ist so eine Situation allerdings vorhersehbar und wir können uns entsprechend vorbereiten:

  • Längere Autofahrten mit schlechtem Zugang zu Rastplätzen
  • Picknicks im Park
  • Ausflüge ins Freibad
  • Flugreisen mit Low Cost Carriern
  • Lange Shopping Touren
  • Am Strand…

Auch in solchen Situationen sollten unsere Kleinen nicht auf die gewohnte warme Mahlzeit verzichten sollen. Die meiner Meinung nach besten Lösung ist es, den Brei vorher zu erwärmen und in einem geeigneten Gefäß bzw. Warmhaltebehälter mitzunehmen.

Babybrei warmhalten und flexibel bleiben

Der wesentliche Vorteil liegt darin, dass man nicht auf „Andere“ angewiesen ist. Kein Fragen an der Raststätte, kein umständliches Erwärmen in der Bordküche, kein Hantieren mit Händen und Füßen, wenn man nicht der lokalen Sprache mächtig ist. Zudem ist mit etwas Übung sichergestellt, dass der Brei zur gegeben Zeit die richtige Temperatur hat. Im Ergebnis hat man es selbst in der Hand dem Nachwuchs zur gewohnten Zeit seine gewohnte Mahlzeit zugeben.

Die Auswahl eines geeigneten Behälters

In jedem Fall sollte es ein isolierter Behälter sein: Die doppelwandige Konstruktion minimiert den Temperaturaustausch zwischen der warmen Speise und der Umgebungstemperatur. Die Auswahl an Farben, Formen und Materialien sind scheinbar unbegrenzt. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Auswahl eines geeigneten Behälters. Neben dem persönlichen Geschmack gibt es allerdings einige Auswahlkriterien. Aus persönlicher Erfahrung kommt es vor allem folgende Aspekte an:

Der Thermosbehälter sollte aus rostfreiem Edelstahl hergestellt sein. Diese sind in der Regel sehr robust und können gem. Herstellerangaben in der Spülmaschine gereinigt werden. Ich würde davon allerdings abraten: siehe unter ‚Reinigung‘.

Der Nachteil von Edelstahl ist, dass dieser in der Regel in Säure gebeizt wird um die fleckenlose Oberfläche zu erlangen. Dabei wird teilweise Wasserstoff in die äußere Stahlhaut eingelagert, der allmählich aufgrund des Vakuums zwischen den Wänden ins Vakuum diffundiert und so die Isolierfähigkeit reduziert. Gemäß Wikipedia kann sich eine spürbare Verschlechterung des Isolation nach etwa zwei Jahren einstellen. [1]

Die meisten der angebotenen Thermosbehälter für (Baby) Nahrung sind rund. Als nutzbaren Inhalt ist eine Volumen zwischen 300 und 400ml geeignet. Dies sollte ohne Weiteres für eine volle Mahlzeit ausreichend sein.

Die Deckel der Warmhalteboxen ist in der Regel aus Kunststoff. Mehrteilige Deckel reduzieren den Temperaturaustausch zwischen Innen und Außen auf ein Minimum; sind allerdings ggf. etwas ‚fummeliger‘ beim Zusammenbauen. Die Kammer mit dem Brei wird dabei bestmöglich gegen außen thermisch entkoppelt. Einteilige, einfache Deckel haben Nachteile bei der Isolierfähigkeit; sind aber einfacher in der Handhabung. Persönlich würde ich die bessere Isolierung der mehrteiligen Deckel vorziehen.

Die Mehrheit der Warmhaltebehälter nicht für die Spülmaschine geeignet. Bei den Behältern, die als spülmaschinengeeignet deklariert sind, ist häufig zu lesen, dass die Farbe abblättert oder Motive auswaschen. Auch aus Gründen der Langlebigkeit empfehle ich die Reinigung per Hand.  Dichtungen bleiben so auch länger flexibel, da sie nicht permanent der Salz der Spülmaschine ausgesetzt sind.

Einige der Hersteller von Thermobehälter bzw. Warmhalteboxen bieten zusätzliches Zubehör an, welches entweder beim Kauf bereits enthalten ist oder aber separat erworben werden kann. Am häufigsten findet man einen passenden Löffel, der an den Behälter angeclipped werden kann. Sinnvoller sind zusätzliche Taschen, in der die Behälter transportiert werden können. Diese Taschen verhindern zusätzlich ein voreiliges Abkühlen der Speisen im Behälter.

Tipps zur Verwendung von Thermobehältern

  • Vor der Verwendung: Spüle den Behälter vor der Verwendung mit heißem Wasser aus um ihn ‚auf Temperatur zu bringen‘. Ansonsten kühlt der Babybrei schon beim Einfüllen in den Behälter ab, bzw. muss erst das Innere des Thermobehälters erwärmen.
  • Babybrei erwärmen: Das Gläschen oder der Babybrei wird mit der gewohnten Methode erwärmt. Die Temperatur, auf die der Brei erwärmt werden sollte ist abhängig von der Zeitspanne bis zum Füttern. Die Abkühlgeschwindigkeit variiert dabei in Abhängigkeit zur Anfangstemperatur, der verwendeten Warmhaltebox, der Außentemperatur, der Menge, der Konsistenz des Breis etc. Die Angabe einer Regel zur Aufwäremtemperatur fällt mir somit schwer. Zur Orientierung: Wenn man davon ausgeht, dass in etwa mundwarm (37° C) gefüttert wird, und es 3 bis 4 Stunden bis zur Fütterung dauert, empfehle ich eine Aufwärmtemperatur von etwa 50° C. Noch eine kleine Zusatzinfo zur Einordnung: Die Hersteller von Thermobehältern werben damit, die Speisen (im Idealfall) bis zu 8 Stunden warmzuhalten.
  • Einfüllen: Streiche den Brei nach dem Einfüllen glatt. Je kleiner die Oberfläche des Breis, desto weniger Wärme wird an die Umgebung abgegeben. Dies bedeutet auch, dass der Behälter nicht größer als nötig gewählt werden sollte. Je besser der Brei das Gefäß ausfüllt, desto weniger Luft befindet sich im Inneren, desto länger bleibt die Mahlzeit warm.
  • Transport: Transportiere die Behälter stehend. Solltest du Suppen transportieren, empfehle ich die zusätzliche Verwendung von Zipp Beuteln.
  • Reinigung: Spüle die Behälter alsbald aus und entferne die Reste. So verhinderst du, dass unangenehme Gerüche im Behälter verbleiben

Ich gehe nicht mehr ohne aus dem Haus.

Seit dem wir den Thermosbehälter im Einsatz haben, gehen wir deutlich entspannter mit Ausflügen oder Reisen, die über die Essenszeiten gehen, um. Kein Suchen der nächsten Mikrowelle oder Steckdose mehr, kein Fragen nach heißem Wasser und warten, dass das Gläschen wenigstens lauwarm wird.

Die Anschaffung eines Thermobehälters lege ich jedem ans Herz.

Produktvergleich

Klassiker vom Erfinder der Thermoskanne

Thermos

Robuster Thermobehälter mit weiter Öffnung

Relags

Günstige Warmhaltebox mit Becher.

Reer

Klassiker von Thermos, erhältlich in den Farben ‚Pflaume‘ (plum) und ‚Türkis‘ (teal). Das Volumen beträgt 0,47 Liter.

Modelle mit Mikrowelleneinsatz sind ebenfalls erhältlich. Auch als 0,35 Liter Variante verfügbar.

Speisebehälter ohne viel ‚Chichi‘. Dafür solide und einfach in der Handhabung. Erhältlich in zwei Größen: 0,4 Liter und 0,55 Liter.

Lieferbar in den Farben blau, rot, gelb, schwarz

Warmhaltebox zum Einstiegspreis von Reer mit einem Fassungsvermögen von 0,35 Liter.

Allerdings mit Einschränkungen bei der Nutzung: nicht spülmaschinenfest und nicht für Milchspeisen geeignet.

  • Edelstahl
  • Hält 7 Stunden heiß, 9 Stunden kalt
  • Spülmaschinenfest
  • BPA frei
  • Große Öffnung
  • Edelstahl
  • Hält 6 Stunden heiß, 8 Stunden kalt
  • Spülmaschinenfest Farben
  • BPA frei
  • Große Öffnung
  • Edelstahl
  • Hält 6 Stunden heiß
  • Große Öffnung
ca. 25 EUR
ca. 25 EUR
ca. 11 EUR

Noch Fragen?

Hast du Fragen zur Verwendung von Warmhalteboxen bzw. Thermosbehältern? Oder möchtest du deine Erfahrungen teilen?

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Quellen   [ + ]

1. Seite „Isolierkanne“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. April 2018, 17:59 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Isolierkanne&oldid=176465518